Trinkwassergewinnung

Wo unser Rohwasser herkommt

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Bevor unser Trinkwasser in den Haushalten aus der Leitung fließen kann wird es als Rohwasser aus verschiedenen natürlichen Wasserspeichern gewonnen. Dazu eignet sich grundsätzlich sowohl Grundwasser, als auch Quell- oder Oberflächenwasser. Wir vom Zweckverband Wasserversorgung Rottal gewinnen unser Rohwasser ausschließlich aus Grundwasserreservoirs in unserem Versorgungsgebiet, das über Brunnen an die Oberfläche gefördert wird.

Ansicht in die Brunnenkammer - Bild Detailansicht der Einstiegsleiter - Bild Mitarbeiter bei der Arbeit in  der Brunnenkammer - Bild

Einstieg in Brunnenkammer Egglham 1

Die erlaubten Entnahmemengen von Rohwasser werden vom zuständigen Landratsamt festgelegt. Dabei darf die Entnahmehöchstmenge die Menge, die sich über versickernde Niederschläge ständig neu bildet, nicht überschreiten. Um den Grundwasserbestand zu überwachen betreiben die Wasserversorger ein umfangreiches Netz an Grundwassermessstellen in ihrem jeweiligen Versorgungsgebiet. Um eine gleich bleibend hohe Qualität des Grundwassers zu gewährleisten, sind Grundwasserreservoirs und Brunnen von Wasserschutzgebieten umgeben.

Im Versorgungsgebiet verfügt der ZWR über sechs Bohrbrunnen mit einer Ergiebigkeit von zusammen 85 l/sec. Insgesamt gibt der ZWR jährlich rund 540.000 m³; Trinkwasser an Endkunden ab sowie 435.000 m³; an Weiterverteiler. Auf der anderen Seite werden von drei Fremdgemeinden 205.000 m³; Wasser bezogen.

Da die Höhenunterschiede im Versorgungsgebiet Rottal sehr ausgeprägt sind, werden die Druckverhältnisse mit zusätzlichen Druckerhöhungsanlagen ausgeglichen – in Peisting, Faberöd, Neuhofen und Postmünster.


Trinkwassergewinnung und Versorgungssicherheit im nördlichen ZWR Areal

Die Wasserversorgung des nördlichen Verbandsgebiets wird durch zwei Brunnengebiete gesichert – mit jeweils zwei Brunnen in Egglham (Wampendobl) und Anzenkirchen. Für die weitere Zukunft ist ein dritter Brunnen auf dem ZWR-Areal in Egglham geplant:

Brunnen Egglham 1 - BildBrunnen Egglham 1:
Erbaut 1974
Tiefe 120 Meter
Max. Förderleistung 20 l/sec.
Brunnen wurde im Jahr 2000 erneuert.

Brunnen Egglham 2 - BildBrunnen Egglham 2:
Erbaut 1974
Tiefe 120 Meter
Max. Förderleistung 15 l/sec.

 

Beide Brunnen fördern zusammen ca. 410.000 m³; Wasser pro Jahr. Das aufbereitete Wasser wird mit max. 30 l/sec. zum Hochbehälter Faberöd gepumpt.

Das „Egglhamer Rohwasser“ wird auf natürliche Weise aufbereitet, das heißt, es ihm wird Eisen und Mangan entzogen. Dieses Wasser versorgt – über den Hochbehälter Faberöd als Zwischenspeicher mit 3.000 m³; Inhalt – die Gemeinden Bad Birnbach, Teile von Dietersburg, ganz Egglham, Randbezirke von Pfarrkirchen sowie die ehemalige Gemeinde Anzenkirchen des Marktes Triftern.



Ansicht des Brunnens Anzenkirchen 1 - BildBR Anzenkirchen 1:
Erbaut 1974
Tiefe 145 Meter
Max. Förderleistung 20 l/sec.

Ansicht des Brunnens Anzenkirchen 2 - BildBrunnen Anzenkirchen 2:
Erbaut 1974
Tiefe 142 Meter
Max. Förderleistung 15 l/sec.

Beide Brunnen fördern zusammen ca. 310.000 m³; Wasser pro Jahr.

Vom Brunnen Anzenkirchen fließt auch Rohwasser ins benachbarte Pfarrkirchen zu den dortigen Stadtwerken, wo es aufbereitet wird. Im Gegenzug beliefern die Stadtwerke Pfarrkirchen die Gemeinde Postmünster und den westlichen Bereich von Dietersburg mit aufbereitetem Trinkwasser. Und das bereits seit rund 30 Jahren. Damals wurden die Leitungen Anzenkirchen – Pfarrkirchen sowie Hirschbach – Bad Birnbach gelegt, um die Zukunft der Trinkwasserversorgung der aufstrebenden Region zu sichern.


Trinkwassergewinnung und Versorgungssicherheit im südlichen ZWR Areal

Den südlichen Bereich des Zweckverbands bestimmen die beiden Gewinnungsgebiete um Wittibreut und Mannersdorf:

Ansicht des Brunnens Mannersdorf - BildBrunnen Mannersdorf:
Erbaut 1974
Tiefe 54 Meter
Max. Förderleistung 15 l/sec.
Der Brunnen fördert ca. 87.000 m³; pro Jahr. Im Einsatz 2 Förderpumpen mit einer Leistung von je 10 l/sec.

 

Das „Mannersdorfer Wasser“ wird in die Hochbehälter Wolfgrub mit 500 m³; Inhalt und Taubenbach mit 300 m³; Inhalt gepumpt. Dort wird es zwischengespeichert oder fließt im Eigengefälle zu den angeschlossenen Anwesen. Die reibungslose Versorgung der höher gelegenen Gebiete sichern in beiden Anlagen Druckerhöhungspumpwerke.

Ansicht des Brunnens Wolkertsham - BildBrunnen Wolkertsham:
Erbaut 1994
Tiefe 162 Meter
Max. Förderleistung 15 l/sec.
Der Brunnen fördert ca. 64.047 m³; pro Jahr.

Die Wasserversorgung der Gemeinde Willibreut wird über das Erschließungsgebiet Wolkertsham gesichert. Der dortige Hochbehälter kann 500 m³; Inhalt speichern. Im Gegensatz zum ganzen anderen Verbandsgebiet läuft das Wasser dort nicht im Eigengefälle. Aus finanziellen Überlegungen entschied sich der ZWR für die momentan kostengünstigste Variante einer elektronisch gesteuerten Druckhaltung, die das natürliche Gefälle eines Hochbehälters ersetzt. Im Falle eines eventuellen Stromausfalles übernimmt ein dieselbetriebenes Notstromaggregat die Energieversorgung – genau wie bei allen anderen Anlagen.


Beispiel für interkommunale Kooperation

Trinkwassergewinnung_15-Bild

Die Bereiche Reut und Noppling der Gemeinde Reut erhalten das Wasser vom Markt Tann. Die Versorgung wird über den Hochbehälter Noppling mit 120 m³; Inhalt abgewickelt, der bereits vor Gründung des Zweckverbands in Betrieb war und nachträglich in das neu strukturierte Verbandssystem integriert und mit einem zusätzlichen Pumpwerk nachgerüstet wurde. Durch die gegenseitige Möglichkeit der Belieferung mit frischem Trinkwasser erhöhen alle Beteiligten ihre Versorgungssicherheit. Sollte des darüber hinaus zu Engpässen kommen, kann zudem in Notfällen auch der Behälter Taubenbach von der Gemeinde Julbach befüllt werden.